von Petcloob-Redaktion (Kommentare: 0)

Catsitting-Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene Teil 2

6 Katzen-Spieltipps für Catsitter

Wofür ein Catsitter bei der Betreuung einer Katze zu sorgen hat, liegt scheinbar auf der Hand: für einen vollen Futternapf, für frisches Wasser, für ein sauberes Katzenklo und eventuell noch für ein paar individuelle Zusatzleistungen wie die Verabreichung von Medikamenten oder Fellpflege.

Damit erfüllt er jedoch in erster Linie die körperlichen Bedürfnisse einer Katze. Vor allem bei Wohnungskatzen ist es dagegen wichtig, auch für das emotionale Wohlergehen der Katze zu sorgen – eine Streicheleinheit zwischen füttern und Fellpflege kann dazu beitragen, reicht aber längst nicht aus.

Ganz wichtig: Spielen nicht vergessen!

Ebenso wie starke Veränderungen ihrer Umgebung oder ihres Tagesablaufes eine Katze verunsichern, bedeutet auch eine reizarme Umgebung Stress für die Katze. Folglich ist der Aufenthalt in einer menschenleeren Wohnung, in der sich weder interessante Bewegungen noch reizvolle Geräusche orten lassen, vor allem für Wohnungskatzen mit anhaltendem Stress verbunden.

Grund dafür ist der Jagdtrieb der Katze, der zu ihren stärksten Trieben zählt und unabhängig von ihrem Hungergefühl existiert. Ihren Jagdtrieb kann die Katze nur durch Jagen oder Beutespiele ausleben – indem die Katze lauscht, beobachtet, lauert, sich anschleicht, im geeigneten Moment einen Beutesprung macht, möglicherweise noch einen kurzen Sprint einlegt und schließlich die Beute ergreift und hineinbeißt.

Das Jagdverhalten der Katze wird durch Bewegungen und Geräusche ausgelöst. Spielzeug, das während der Abwesenheit des Dosenöffners tage- oder gar wochenlang geräusch- und bewegungslos in der Wohnung herumliegt, hat daher nur sehr wenig bis gar keinen Reiz für die Katze. Stundenlanges Lauern auf der Fensterbank ohne die Chance, jemals an die Beute auf der anderen Seite der Scheibe heranzukommen, führt auf Dauer ebenfalls zu Frust, wenn die Katze keine Gelegenheit bekommt, die übrigen Elemente ihres Jagdverhaltens im Spiel abzurufen. Selbst Spiele mit Artgenossen können die Jagd auf Beute nicht ersetzen, denn die sozialen Spiele einer Katze haben einen ganz anderen Charakter als Beutespiele. Sie helfen der Katze zwar gegen Langeweile, ermöglichen ihr jedoch nicht, ihren Jagdtrieb in ausreichendem Maße auszuleben.

Katzen, die keine Gelegenheit haben, bei täglichem Freigang auf Jagd zu gehen, sind folglich auf Beutespiele mit einem Menschen angewiesen. Ein Catsitter, der reine Wohnungskatzen betreut, sollte die Katzen daher mindestens zweimal am Tag besuchen und ausreichend Zeit zum Spielen mitbringen.

Die Katze will gar nicht spielen? Der Schein trügt!

Während der Spieltrieb junger Katzen kaum zu bändigen ist, scheinen viele ältere Katzen das Interesse am Spielen verloren zu haben. Doch dieser Schein trügt. Da das Jagdverhalten einer Katze durch Bewegungen und Geräusche ausgelöst wird, verbringen Katzen ihre Zeit in einer reizarmen und menschenleeren Wohnung überwiegend mit Schlafen und Ruhen.

Eine Katze, die durch das Eintreffen des Catsitters aus ihrer Ruhe- oder Schlafphase gerissen wird, wird sich in den seltensten Fällen „auf Knopfdruck“ zum Spielen anregen lassen – erst recht nicht, wenn es sich bei dem Catsitter um eine ihr fremde Person handelt.

Häufig wird auch das natürliche Jagd- und Spielverhalten einer Katze als Desinteresse am Spielen fehlinterpretiert. Egal wie reizvoll der Catsitter eine Katzenangel im Blickfeld der Katze hin und her schwenkt, eine erfahrene Katze wird dieses „Schauspiel“ oft erst eine Zeitlang beobachten, bevor sie aktiv in das Spiel einfällt. Erst wenn ihr die Bewegungen oder Geräusche der Spielbeute interessant genug erscheinen und sie deren Bewegungsmuster entschlüsselt hat, wird sie Körperspannung aufbauen und auf einen geeigneten Moment lauern, um die Beute zu ergreifen. Für den Catsitter bedeutet dies: durchhalten und alleine weiterspielen – bei manchen Katzen schon mal bis zu fünf Minuten lang.

6 Katzen-Spieltipps für Catsitter

Damit auch ältere und zurückhaltende Katzen ihren Jagd- und Spieltrieb während der Abwesenheit ihres Dosenöffners ausleben können, hier 6 Tipps, wie sich selbst scheue oder scheinbar spielfaule Katzen zum Spielen anregen lassen:

1. Die richtige Spielzeit


Der Catsitter sollte die von ihm betreuten Katzen möglichst während ihrer gewohnten Spielzeiten besuchen oder – falls davon abweichend – in den Morgen- und Abendstunden, den natürlichen Aktivitätsphasen einer Katze.

2. Die Katze bestimmt die Kontaktaufnahme


Damit die Katzen Zeit haben, sich an den Catsitter zu gewöhnen und bei seinen Besuchen in ihrem Tempo Kontakt zu ihm aufzunehmen, sollte der Catsitter so viel Zeit wie möglich in der „Katzenwohnung“ verbringen. Nach Betreten der Wohnung sollte der Catsitter nicht von sich aus den Kontakt zu den Katzen suchen, sondern mit Aktivitäten beginnen, die er ohne Anwesenheit der Katzen erledigen kann, beispielsweise die Näpfe und das Katzenklo säubern, frisches Trinkwasser bereitstellen etc. Idealerweise übernimmt der Catsitter auch gleich alle anderen Aufgaben, die während der Abwesenheit des Dosenöffners in dessen Wohnung anfallen, wie Blumengießen, Lüften, Briefkastenleeren etc. Bei der Durchführung dieser Tätigkeiten sollte der Catsitter stets ruhig und ohne Hektik vorgehen und so tun, als ignoriere er die Katzen.

Zurückhaltende Katzen können den Catsitter aus einem sicheren Versteck heraus bei seiner Arbeit beobachten und sich allmählich von dessen „Unbedenklichkeit“ überzeugen. In den meisten Fällen wird die Neugier über das Misstrauen siegen und die Katzen werden den Catsitter auch einmal aus der Nähe betrachten und – ganz wichtig – beschnuppern wollen.

Geht eine Katze schließlich auf den Catsitter zu, sollte dieser auf keinen Fall nach ihr greifen, sondern idealerweise in die Hocke gehen, direkten Blickkontakt mit der Katze meiden, leise und sanft zu ihr sprechen und ihr vorsichtig seine Hände zum Beschnuppern hinhalten. Erst wenn die Katze von sich aus Körperkontakt mit dem Catsitter aufnimmt, indem sie sich mit Kopf oder Körper am Catsitter reibt, sind erste vorsichtige Berührungen des Catsitters gestattet.

3. Erst spielen, dann füttern!


Eine Katze mit vollem Magen möchte verständlicherweise lieber ruhen und verdauen, statt springen und sprinten.

Wie bei allen Regeln gibt es jedoch auch hier eine Ausnahme: Bei Katzen, bei denen Trockenfutter auf dem Ernährungsplan steht, lassen sich Spielen und Füttern perfekt miteinander verbinden, indem der Catsitter das Trockenfutter im Beisein der Katze durch die Gegend wirft, statt es im Napf zu servieren. Viele Katzen lieben es, ihr Trockenfutter auf diese Weise zu erjagen. Allerdings sollte diese Art der Fütterung wegen möglicher Krümel und Fettflecken vorher mit dem Katzenhalter abgesprochen werden.

Haben die Katzen keine Lust, ihre gesamte Trockenfutterration zu erjagen, kann die Restmenge immer noch im Napf serviert werden oder, noch besser, an mehreren wechselnden Orten in der Wohnung versteckt werden – je nach Geschick der Katze in Näpfen oder auf Tellern, in Kaffeebechern oder in Eierbechern.

4. Beginnen Sie das Spiel ohne die Katze


Eine Katze, die weder von sich aus Kontakt zum Catsitter sucht noch auf Trockenfutterjagd geht, sollte der Catsitter ebenfalls – scheinbar – ignorieren. Hat der Catsitter all seine Aufgaben erledigt (siehe oben), sollte er anfangen, mit einem Katzenspielzeug zu spielen, das interessante Geräusche oder Bewegungen macht. Ideal sind zum Beispiel Katzenangeln, die der Catsitter in Hör- oder Sichtweite der Katze hin und her schwenkt.

(c) Kätts.de

Um den Reiz für die Katze zu erhöhen, sollte der Catsitter versuchen, mit der Spielbeute das Verhalten von Beutetieren zu imitieren. Bei Katzen beliebt sind zum Beispiel ruckartige Bewegungen am Boden oder schnelle Bewegungen mit plötzlichen Richtungswechseln in der Luft oder am Boden. Die meisten Katzen lieben Herausforderungen, daher sollten die Bewegungen der Spielbeute nicht zu gleichförmig und berechenbar sein. Unwiderstehlich ist es für die meisten Katzen auch, wenn die Spielbeute zwischendurch immer wieder kurz hinter Möbeln, Kartons o. Ä. verschwindet – wie ein Beutetier, das vorsichtig von Deckung zu Deckung huscht.

Trifft das Spiel des Catsitters den Geschmack der Katze, können die wenigsten Katzen ihre Neugier und ihren Spieltrieb dauerhaft im Zaum halten. Die meisten kommen früher oder später aus ihrem Versteck, um sich das Ganze aus der Nähe anzusehen. Vielleicht werden sie nicht gleich am ersten Tag in das Spiel einfallen, doch je öfter sie den Catsitter bei seinem hochinteressanten Spiel beobachten können, desto stärker wird es ihnen in den Pfoten jucken mitzuspielen.

Ganz wichtig: Ist die Katze schließlich auf Ihr Spielangebot eingegangen, sollten die Spielstunden stets mit einem „Jagderfolg“ der Katze enden. Entkommt die „Beute“ dagegen am Ende des Spiels, führt dies bei der Katze auf Dauer zu unnötiger Frustration.

5. Geben Sie scheuen Katzen besonders viel Zeit zum Kennenlernen


Sie sind mit Punkt 1 bis 4 durch und die Katze hat sich noch immer nicht blicken lassen? Ideal wäre es in diesem Fall, wenn Sie noch mehr Zeit in der in der „Katzenwohnung“ verbringen könnten, um der Katze die Gewöhnung an Sie zu erleichtern. Vielleicht können Sie sich dort – nach vorheriger Absprache mit dem Katzenhalter – ja sogar einen Kaffee oder Tee machen und ein paar Dinge tun, die Sie ohnehin noch erledigen wollten, beispielsweise die Zeitung oder ein Buch lesen, fernsehen, mobil chatten oder Ihre Mails checken – irgendeine ruhige Tätigkeit, bei der Sie der Katze zeigen können, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht.

Kommt die Katze schließlich aus ihrem Versteck, können Sie noch einmal wie beiläufig mit der Katzenangel spielen, ohne die Katze dabei erwartungsvoll anzusehen. Achten Sie auch darauf, die Katze nicht durch zu laute und schnelle Bewegungen zu erschrecken, damit sie sich nicht sofort wieder zurückzieht und Sie mit Gefahr assoziiert. Lassen Sie es lieber langsam angehen, auch wenn die Katze Ihr Spielangebot dadurch möglicherweise zunächst nur mäßig spannend findet. Steigern können Sie sich immer noch, wenn die Katze genügend Vertrauen zu Ihnen gefasst hat.

6. Und für zwischendurch: Spielzeug für das Alleinspiel

Damit die Katze auch zwischen den Besuchen des Catsitters ein wenig Zerstreuung hat, sollte der Catsitter vor dem Verlassen der Wohnung wechselndes, für das Alleinspiel geeignetes Spielzeug in der Wohnung verteilen, z. B. Filzbälle, Tischtennisbälle und Kartons in verschiedenen Größen und Formen (kostenlos und täglich frisch erhältlich in jedem Supermarkt oder Discounter).


Die Katzen werden Ihr Unterhaltungsprogramm zu schätzen wissen!

(Gesponserter Artikel)

Über den Autor

Kirsten Fischer ist Inhaberin von kätts, einer Hamburger Manufaktur mit Onlineshop für artgerechtes Katzenspielzeug aus natürlichen, so weit wie möglich naturbelassenen Materialien. Mit ihrem Shop und einem angeschlossenen Katzeninfo-Blog möchte sie dazu beitragen, Langeweile und Übergewicht, zwei der größten Problemen heutiger Hauskatzen, entgegenzuwirken und ein stärkeres Bewusstsein für die artspezifischen Bedürfnisse von Katzen.

Mehr Informationen auf unserer Facebook-Seite unter: www.facebook.com/katts.katzenspielzeug

Bildquelle: (c) Pixabay und Kätts.de

Wenn Sie einen Beitrag verfassen möchten, der in unseren Blog passt, kontaktieren Sie uns bitte mit Ihrem Themenvorschlag.   Interesse an einer Kooperation? Gesponserter Artikel? Möchten Sie Ihr neustes Produkt oder Ihre Seite auf PetCloob.com promoten? Kein Problem...Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
Grundsätzlich ist es möglich auf PetCloob.com Werbung in verschiedenen Formen zu schalten. Neben klassischer Banner/Display Werbung sind hier auch Werbeformen, wie z.B. gesponserte Artikel möglich. Hier mehr Infos: https://www.petcloob.com/werben-auf-petcloob.html

 

 

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben